Viele EU-Bürger, die nach Deutschland ziehen, kehren wegen Diskriminierungserfahrungen bald wieder zurück. Das zeigt eine aktuelle Studie.
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger aus anderen EU-Staaten kehren Deutschland nach kurzer Zeit wieder den Rücken. Wesentlicher Grund: Erfahrungen mit Diskriminierung. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Sachverständigenrates für Integration und Migration hervor, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Demnach gaben über 40 Prozent der Befragten an, in Deutschland schon einmal wegen ihrer Herkunft benachteiligt worden zu sein – sei es auf dem Wohnungsmarkt, bei der Arbeit oder im Alltag.
Besonders betroffen sind Menschen aus Osteuropa und Südosteuropa. Sie berichten von Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche, aber auch von Vorurteilen am Arbeitsplatz. Auch bürokratische Hürden und sprachliche Barrieren erschweren vielen die Integration. Nach Einschätzung der Studienautor:innen trägt diese Erfahrung maßgeblich dazu bei, dass viele EU-Bürger*innen Deutschland enttäuscht verlassen und sich eine Rückkehr in ihre Heimatländer vorstellen können.
Die Ergebnisse zeigen außerdem: Viele Betroffene verzichten aus Angst vor weiteren Nachteilen darauf, Diskriminierungsfälle offiziell zu melden. Expert:innen fordern angesichts der Zahlen mehr Anstrengungen bei der Antidiskriminierungsarbeit – auch, um Deutschland als attraktiven Arbeits- und Lebensort für EU-Bürger zu erhalten.
Fazit: Diskriminiererfahrungen sind ein ernstzunehmender Faktor für den Rückzug von EU-Bürgern aus Deutschland. Politik und Gesellschaft sind gefordert, schnell gegenzusteuern.
